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Matthias Herrmann
Mitglied seit 2007
Meine Bilder sollen beim Betrachter eine gewisse heiter-nachdenkliche Stimmung erzeugen. Ich möchte die Fantasie be...
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Matthias Herrmann im Selbstporträt

Meine Bilder sollen beim Betrachter eine gewisse heiter-nachdenkliche Stimmung erzeugen.
Ich möchte die Fantasie beleben:
Einerseits durch geheimnisvolles Formen- und Farbenspiel, andrerseits durch die Titelgebung, die den Betrachter aus den überkommenen Denkpfaden des Alltags lockt.
Oft tauchen in meinen Bildern Menschen als zeichenhafte, winzige Figuren auf, die gigantischen Gottwesenheiten gegenüber stehen.
Dieser Kontrast weist den Betrachter auf mögliche, größere Wesenheiten hin, die uns beispielsweise manchmal in Träumen begegnen.
Diese Bilder entspringen dann häufig inneren Bildern, die vor meinem geistigen Auge entstehen.
Im Zusammenspiel mit dem Zufall und meiner eigenen körperlichen Malenergie entstehen meine Bilder.
Der raue, manchmal geradezu kindlich wirkende Malduktus, sichert die Bilder vor dem Abrutschen in kitschig-realistische Szenarien ab.

Artikel in der Rhein-Lahn-Zeitung vom 24.1.2009:

Eigene Weltanschauung ins Bild gesetzt

Matthias Herrmann zeigt im Kreml seine vielschichtigen Werke, zu denen auch Skulpturen gehören

ZOLLHAUS. "Steigen! Steigen! Steigen!" ist der bemerkenswerte Titel eines von zahlreichen deutungsvollen Bildern, die derzeit im Kulturhaus Kreml in Zollhaus zu längerem Hinschauen verführen.
Da klettern menschliche Figuren einen Berg hinauf, und oben angekommen, blicken sie auf einen ebenso hohen Turm. Das Motiv erinnert an den Turmbau zu Babel.
Doch es ist der ganz alltägliche Stress, das berufliche (symbolhafte) erklimmen der Karriereleiter sowie das Bestreben, alles besser und schöner als Andere zu machen.

Diesem höchst aktuellen und sensiblen Thema hat sich Matthias Herrmann, Maler aus Kettenbach, in seiner besonderen künstlerischen Ausdrucksweise angenommen.
Experimentelle Aquarelle und Gouachen (Maltechnik mit spezieller Wasserfarbenmischung) mit ganz eigener Weltanschauung zeigt der aus Berlin stammende Künstler.
Seine Werke eignen sich auch gut zum Philosophieren.

Dem Besucher fällt bei seinem Rundgang auch ein grünes Pferd ins Auge. Es ist ein Zufallsprodukt - ein "unkontrolliertes Aquarell", wie Matthias Herrmann im RLZ-Gespräch mitteilte.
Ein zufälliges Farbenspiel - akzentuiert und vollendet mit Strukturstiften. Augenfällig ist auch seine "Giraffe". Auf dem großformatigen Bild bewegt sich das Tier auf schier ausweglosen Pfaden. Über hohe grazile Brücken, durch eine rote Wüste und unter gelb glühenden Sonnenfluten sucht es seinen Lebensraum.

Höchst anspruchsvoll hat Matthias Herrmann Themen wie beispielsweise "Das schwierige Kind, "Die bemühten Eltern", oder "Meine Güte, Puppenstuben" spannend und mit mutigen Farben in Szene gesetzt. Bewegend ist sein "Spaziergänger, einsam". Ein alter Mann ist allein mit seinem Hund unterwegs. Es dominiert die Farbe braun.

Der Künstler hat aber nicht nur Gemälde, sondern auch ausdrucksstarke Skulpturen geschaffen. Auf die Spuren von Jean Dubuffet begibt er sich bei "Big Flatterding, das dich rausholt". Seine Bilder und Objekte sind lebendige Szenen, die anrühren, Geschichten erzählen und den Betrachter mit kräftigem Farbenspiel fesseln.