Wabi Sabi - Die ganze Wel...

Susanne Hoeckendorff

Öl, 2016
B x H: 100.0 x 70.0 cm

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Bilddaten dieses Kunstwerks ist:
Künstlerin:  Susanne Hoeckendorff
Ort:  Deggendorf (D)
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Angaben zum Werk:
Werk Nr.: 253824
Titel:  'Wabi Sabi - Die ganze Wel...'
Art: Malerei
Technik: Öl
Stil: Keine Angaben
Thema: Keine Angaben
Zeit: Keine Angaben
Farbe: Schwarzweiss
Auflage: Unikat
Entstehungsjahr: 2016
B x H: 100.0 x 70.0 cm

Statistik zum Werk:
Eingetragen: 20.4.18,10:52 Uhr
Aktualisiert: 20.4.18, 10:53 Uhr
Aufrufe: 431
Kommentare: 0
  
Anfrage an Susanne Hoeckendorff bezüglich 'Wabi Sabi - Die ganze Welt ist in uns'
   

Titel: Wabi Sabi - Die ganze Welt ist in uns
Auflage: Unikat
Entstehungsjahr: 2016
B x H: 100.0 x 70.0 cm

Beschreibung

Seit Längerem beschäftige ich mich mit dem Begriff des WABI-SABI.

(Teilweise habe ich im Folgenden einige Textzeilen aus WikiPedia genommen)

Ursprünglich bedeutet WABI sich elend, einsam und verloren fühlen. Dies wandelte sich zur Freude an der Herbheit des Einsam-Stillen.
WABI ist buchstäblich Armut, bezieht sich aber nicht auf das Fehlen von materiellem Besitz, sondern auf die Nicht-Abhängigkeit davon. WABI ist Einfachheit, welche von Besitz und Hingabe an Schnörkel und Pomp entledigt in direkter Beziehung zu Natur und Realität steht. Die Nebenbedeutung von WABI ist das Alleinsein des asketischen Einsiedlers, dessen selbst auferlegte Isolation und die Zufriedenheit mit einfachen Dingen den spirituellen Reichtum ermöglicht. Damit übertrifft WABI materiellen Reichtum. WABI ist ein Lebensweg und spiritueller Pfad.
Die Grundsätze von WABI stammen aus dem Zen-Buddhismus und fokussieren auf die Beweggründe des Einsiedlers: Die Überwindung künstlicher Trennung, wie sie sich zeigt in der Idee von Geist und Körper oder materieller und geistiger Welt, sowie die Wertschätzung der Vergänglichkeit des Lebens als Aufforderung zu einem erfüllten Leben in Harmonie mit der Natur.
Aber erst in der Verbindung mit SABI, alt sein, Patina zeigen, über Reife verfügen, entstand die eigentlich nicht übersetzbare Begriffseinheit, die den Maßstab der japanischen Kunstbewertung bildet. Nicht die offenkundige Schönheit ist das Höchste, sondern die verhüllte, nicht der unmittelbare Glanz der Sonne, sondern der gebrochene des Mondes. Der bemooste Fels, das grasbewachsene Strohdach, die knorrige Kiefer, der leicht angerostete Teekessel, das und Ähnliches sind die Symbole dieses Schönheitsideals. Es geht um die Hoheit, die sich in der Hülle des Unscheinbaren verbirgt, die herbe Schlichtheit, die dem Verstehenden doch alle Reize des Schönen offenbaren.
SABI ist ein Begriff aus der Heian-Zeit. Oft wird der Ausdruck mit "Patina" umschrieben, er bezeichnet aber vor allem die Reife und die stille Würde des Alterns und Gebrauchtseins.
SABI bezeichnet die Qualität von solchen Objekten und überträgt mit ihnen die spirituellen Prinzipien des Zen in künstlerische und materielle Qualitäten. SABI-Objekte sind gestaltet von natürlichen Prozessen, unregelmäßig, unprätentiös und zweideutig. Sie widerspiegeln den universellen Fluss von Entstehen und Vergehen, den Kreislauf von kommen und zurückkehren.
SABI-Objekte sind authentisch, weil sie drei einfache Wahrheiten anerkennen:
• Nichts bleibt,
• nichts ist abgeschlossen
• und nichts ist perfekt.
Das Bewusstsein der Vergänglichkeit aller Dinge beinhaltet den Unterton einer sanften Traurigkeit und bewirkt Kontemplation und Sensibilität.
Nach Leonard Koren ist WABI-SABI das auffälligste und charakteristischste Merkmal der traditionellen japanischen Schönheit. Es „nimmt etwa die gleiche Position im Pantheon der japanischen ästhetischen Werte ein, wie die Ideale des antiken Griechenlands von Schönheit und Perfektion dies im Westen tun.“ Andrew Juniper erklärt: „Wenn ein Objekt oder ein Ausdruck in uns ein Gefühl der tiefen Melancholie und eines spirituellen Sehnens hervorruft, dann kann man sagen, dieses Objekt sei Wabi-Sabi.“ Richard R. Powell fasst Wabi-Sabi so zusammen: „Es nährt alles, was authentisch ist, da es drei einfache Wahrheiten anerkennt: nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt.“

WABI – SABI, als ein Handwerkszeug für Kontemplation und als Lebensphilosophie könnte in diesen Zeiten eine ungeahnte Bedeutung als ein Antidot zur zügellosen und blindwütigen sozialen Technologisierung dienen, die uns jetzt schon lange in ihren Fängen hat. Seine Grundsätze der Bescheidenheit, der Genügsamkeit und des Anstands ermutigen uns, zu einer disziplinierten Einheit zurückzufinden, wobei wir die die Maßlosigkeit in der physischen Welt reduzieren können.
Auf eine sehr sanfte Art und Weise unterstützt WABI – SABI uns bei einem stillen kontemplativen Leben und wird dadurch zu einem sanften ästhetischen Prinzip, das eine meditative Herangehensweise unterstreicht.
WABI – SABI degradiert die Rolle des Intellekts und hebt ein intuitives Gefühl für das Leben hervor, in dem Beziehungen zwischen Menschen und ihrer Umgebung harmonisch sein können.
Indem es unsere Seele an unsere körperliche Sterblichkeit erinnert, ist es in der Lage die Qualität unseres menschlichen Lebens zu etwas Höherem zu erheben, in einer Welt, die in einem enorm hohen Tempo ihre Spiritualität und somit den Bezug zum Grossen Ganzen verliert.

Schlichtheit
Der Künstler nähert sich der kreativen Arbeit mit Demut, Aufrichtigkeit und einer Klärung der eigenen Motive. Schlichtheit sieht das Element der Unklarheit, der Künstler erkennt seine Grenzen und befreit sich von überladenen, emphatischen Aussagen. Es ist der einfache Grundsatz, dass sich Kunst besser definiert durch das, was weggelassen wird als durch das, was hineingetan wird. Schlichtheit ist Einfachheit, die Anwendung des Notwendigen und geeigneten - nicht mehr als diese ist nötig. Alles, was nicht nötig oder nicht am Platz seiner Bestimmung ist, ist Ablenkung und ein Hindernis. Alles Nebensächliche wird fortgelassen und was bleibt ist das Grundlegende und auf das Wesentliche reduziert. Die Einfachheit erhält das natürliche Motiv indem sie nichts ändert oder verschönert. Die ausbleibende Verfälschung oder Zurschaustellung bewirkt die Authentizität des Werkes. Die Arbeit steht für sich selbst und stellt kein Symbol für etwas anderes dar.
Tiefgründigkeit oder Zurückhaltung
Dieses Konzept bezieht sich darauf nicht alles sofort zu enthüllen. Das Werk hat verschiedene Bedeutungsebenen und erfordert die Zuwendung des Betrachters. Es zeigt seinen Sinn subtil im kaum wahrnehmbaren Detail, die Schönheit erschließt sich aber nur durch Kontemplation als eine ganzheitliche emotionale Erfahrung und stammt nicht aus einem bestimmten Detail der Arbeit. Der Erfassung mit analytischen Methoden widersetzt sich das Werk. Diese Tiefgründigkeit kann nicht gefälscht werden und erfordert die Hand eines Künstlers, der tief in den Zen (Fluss des Lebens) eingetaucht ist - damit kann er aber gleichsam ein Tor zu einer anderen Welt aufstoßen.
Nicht-Unterwerfung
Obwohl der Künstler hochgradig diszipliniert ist, hat er einen freien Geist, der sehr wunderlich sein kann. Viele Meister der Zen-Schule waren äußerst exzentrisch und unkonventionell. Die Unterwerfung unter eine festgelegte Denkweise oder einen Ismus, sei er religiös oder politisch, gilt als Knebelung des Geistes und Verstandes. Der Künstler streift somit alle Vorschriften und Regeln ab, so dass sich seine Seele unmittelbar, frei und ohne mentale Fesseln der Sache zuwenden kann. Diese Freiheit dehnt sich auf alle Bereiche des täglichen Lebens aus, der Künstler wird sich nach dem Zerbrechen seines einzigen Pinsels nicht sorgen, dass er nun nicht mehr malen kann — er wird sich von der Konvention befreien und mit den Fingern oder einem Strohbüschel malen.
Innere Ruhe
Das letzte der sieben Konzepte bezieht sich auf die Seele des Künstlers, die gesetzt, ausgeglichen und in einem meditativen Zustand der Ruhe ist, denn das Werk wird jeden Unruhezustand oder Stress verraten. Deshalb sitzt der Künstler eine Zeitlang still in sich versunken, bevor er die Arbeit aufnimmt. Es geht darum, nicht an das zu Schaffende zu denken, sondern den Geist zu leeren und die Gedanken von allem zu lösen. In diesem Zustand kann die Hand direkt von der Seele geführt werden.

Schlüsselworte: schwarz, weiss, Yoga, Körper

Erwerbsmöglichkeiten

Gewerblicher Status des Kunstwerks: Ist zur Zeit in einer Ausstellung

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