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belart
Mitglied seit 2010
In meinem Denken und Fühlen strebe ich nach dem mittelalterlichen Ideal der Schönheit als "Glanz der Wahrheit" und ...
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belart im Selbstporträt

In meinem Denken und Fühlen strebe ich nach dem mittelalterlichen Ideal der Schönheit als "Glanz der Wahrheit" und Vervollkommnung sinnlicher Erkenntnis. Darin verbindet Schönheit innere und äußere Wahrheit als harmonisches Ganzes. Dies ist ein Ideal und hat wegen des Gegensatzes in der Moderne zwischen Subjektivität und Objektivität sinnlicher Erkenntnis nur eingeschränkte Aussagekraft.
Schönes Denken und schönes Malen sind heute Geschmacksache. Dennoch strebe ich nach dem Ideal. In vielen meiner Bilder versuche ich eine Annäherung zu erreichen, in der Schönheit sich in Unschuld findet.
Inwischen habe ich festgestellt, dass vieles in der Beschreibung meine Intentionen nicht oder zumindest nicht genau trifft. (8.1.2011) Die "Präambel" lasse ich so stehen, auch wenn sie etwas hochtrabend klingt.
Mein "Urerlebnis" an der Malerei ist durchaus in der kleinen Anekdote zu finden, die bezeichnenderweise mein Verhältnis zu Gesichtern und vielleicht auch einiges über meine Bilder verrät: Ich war 17 und mit einigen Freunden im Winterurlaub in einer Hütte in den Alpen. Wir schliefen zu zweit oder zu dritt ein einem Zimmer. Eines Morgens fiel mir ein Bild ins Auge, das an der Wand hing. Ich weiß nicht mehr, ob es das Antlitz Christi, das eines Heiligen oder ein ganz gewöhnliches Portrait war. Das Gesicht hatte einen gutmütigen, fröhlichen Ausdruck. Als ich es so betrachtete, kam mir der Gedanke, was geschähe wohl mit dem Gesicht, wenn plötzlich aus seiner Haartracht zwei kleine Hörner hervorsehen würden. Was würde aus dem gutmütigen, fröhlichen Ausdruck werden? Ich fand, wahrscheinlich kämen auf einmal Hinterlist und Hohn hinter der Gutmütigkeit zum Ausdruck. Diesen Eindruck, wie aus kleinsten Veränderungen etwas völlig Neues entstehen kann, ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben. Deshalb habe ich eine Zeitlang vor allem Körper dargestellt, weil Körper erstmal unschuldig sind und wenig Raum für die Charakteristik der dazugehörigen Personen bieten. Gesichter in kontemplativer Versenkung oder im Schlaf bilden hierbei eine Ausnahme. Körper ohne Gesichter haben an sich eine eigene Aussagekraft, die Unschuld und Aggressivität umfasst. Allen meinen Bildern ist ein erzählerisches Element zueigen. Am deutlichsten wird dies in meinen Illustrationen und vor allem in meinen Zeichnungen, zu denen mich die Werke von F. M. Dostojewskij inspiriert haben, den ich als Schriftsteller und als Philosophen sehr verehre. Sie sollen sein Mitleid und die Charakteristik seines Personaltableaus sowie die Zeit vor der Jahrhundertwende widerspiegeln.
Meine Bilder entstehen nicht spontan. Ich vergleiche die Art der Herstellung meiner Werke mit einem Handwerker oder mit einem Architekten, der anhand seiner Bauzeichnung selbst ein Haus baut.
Für ein Gemälde und für eine Zeichnung brauche ich deshalb viel Zeit. Als Person bin ich eher ein Pessimist mit ausuferndem Hang zur Grübelei voller Selbstzweifel an mir und meinen Bildern. Ich habe mich nur in der Anfangszeit meiner künstlerischen Tätigkeit aktiv um Ausstellungen bemüht und dann vor allem aus beruflichen Gründen und den o.g. Selbstzweifeln nicht weiter darum gekümmert. Berufliche Gründe erklären auch die lange Zeitspanne der Unproduktivität und Blockade, die ich erst 2005 überwunden habe. Ohne das Internet-Forum wären die meisten meiner Werke jedoch weithin unbekannt geblieben.
Meine hohe Zeit der Bildproduktion waren bislang die 90er Jahre. Jetzt widme ich mich wieder verstärkt der Malerei und den Skulpturen. Ich benutze nach wie vor bei meinen Bildern vorwiegend Fotos aus verschiedenen Medien, die ich verfremde, in Teilen neu zusammensetze und in vielen Fällen bin ich bzw. Teile von mir Vorlage für einen bestimmten Ausschnitt eines Bildes. Die Skulpturen entstehen ohne Vorlage aus meiner Phantasie.