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mrugalla
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Tragödie, Drama und Thriller: DAS LEGALE VERMÄCHTNISS MEINES VATERS:Guten Tag, mein Vater war gerichtlich und poliz...
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mrugalla im Selbstporträt

Tragödie, Drama und Thriller: DAS LEGALE VERMÄCHTNISS MEINES VATERS:
Guten Tag, mein Vater war gerichtlich und polizeilich bestätigt der wohl beste Kunstfälscher der Nachkriegszeit. Die Biographie und kriminelle Laufbahn meines verstorbenen Vaters ist jedoch komplexer, als es den Anschein hat. Einerseits hat er jahrelang nicht ganz freiwillig die großen Meister 1:1 mit allen Details und mit profundem Wissen nachgeahmt, als "echt" verkauft haben es jedoch Galeristen, die mit echten Expertisen die Originalität bestätigen ließen. Es gab letztlich nur den Weg des Ausstiegs als Kronzeuge in einem umfangreichen Gerichtsprozess. Diesen Weg ist der 2014 verstorbene Künstler gegangen und nach seiner Verurteilung war er immer peinlich drauf bedacht, nur noch legale und legal nachgeahmte, sowie seine eigenen kreativen Werke zu verkaufen. Seinem einzigen Sohn, also mir, hat er einen nicht immer wohl klingenden Namen hinterassen und einen Berg Bilder. Diese unvergänglichen Einzelstücke aus dem Vermächtniss meines Vaters sind legale und gekennzeichnete Nachahmungen als Hommage an den jeweiligen Künstler, die er sehr schätzte. Diesen Bilderberg biete ich nun zum Verkauf an.

"Ich habe im Leben vieles falsch gemacht, am meisten Bilder"
Edgar Mrugalla

Edgar Mrugalla - Maler, Grafiker, Zeichner, Bildhauer
1938 wird Edgar Mrugalla in Berlin geboren. Nach einer dürftigen Schulbildung verlässt er 1952 die Volksschule und arbeitet in den folgenden Jahren in mehr als 30 Berufen wie z.B. Hilfsbootsbauer, Bimmeljunge, Heizer, Preisboxer, Kohle-, Öl- und Zeitungsfahrer, Tannenhändler etc.
1957 wechselt er nach Westberlin über. Edgar Mrugalla handelt mit allem, womit man in dieser Zeit etwas Geld verdienen kann. 1966 heiratet er Monika, mit der er 3 Kinder haben wird. Den Lebensunterhalt der jungen Familie verdient Edgar als Kipper- und Heizölfahrer.

1968 gründet er eine Entrümplungsfirma und eröffnet einen Trödelladen. Da er die Werte von Antiquitäten und Gemälden nicht einschätzen kann, luchsen ihm Berliner Kunsthändler echte Gemälde für wenig Geld ab. 1969 fängt er an, sich mit der Malerei und mit der Restaurierung von Ölgemälden zu beschäftigen.

1971 tritt er dem BBK – Bund Bildender Künstler – in Berlin bei und fertigt seine ersten Kopien an, die so gut sind, dass die Händler immer mehr Bilder wollen. Von der Restaurierung allein kann er nicht leben, und so verkauft er seine ersten Kopien für wenig Geld an Händler, die mit Expertisen aus den Kopien „echte“ Werke machen und damit viel Geld verdienen.
1974 findet Edgar bei einer Entrümplung 24 farbige Otto Mueller Kreidezeichnungen. Diese echten Zeichnungen bietet er einigen Kunsthändlern in Berlin zum Kauf an, doch durch die hohe Anzahl argwöhnisch geworden zeigt einer von ihnen Edgar Mrugalla bei der Polizei an. Eine Hausdurchsuchung folgt und die Zeichnungen werden beschlagnahmt. In dem nun folgenden Prozess wird er beschuldigt, die gefundenen echten Otto Mueller gefälscht zu haben. Nach 8 ½ Jahren wird er vom Schöffengericht in Tiergarten freigesprochen. Doch der Ruf als Restaurator, Antiquitätenhändler und Künstler ist dahin.
1980 verlässt er Berlin und zieht nach Schleswig-Holstein in die Einöde, wo man nur leben kann, wenn man nichts zu verlieren oder viel zu verbergen hat. Dort kopiert er im Verborgenen ca. 3000 verschiedene Werke (Fälschungen), die renommierte Galeristen, halbseidene Kunsthändler und Gauner in den Umlauf bringen.
1987 deckt die Kripo alles auf. Eine Sonderkommission konfisziert bei ihm Fälschungen in schwindelerregendem Ausmaß. Radierplatten nach Picasso, Holzschnitte nach Erich Heckel, Gemälde nach Lesser Ury, u.v.a. - alles wird von der Kripo später vernichtet. Edgar Mrugalla wird zu 3 Jahren Haft verurteilt, die auf 2 Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Es folgen Ausstellungen seiner Werke in ganz Europa.
1990 eröffnet er eine Galerie in Büsum, in der er seine echten und „falschen“ Werke ganz legal ausstellt und verkauft. Seine „Fälschungen“ sind nun allerdings als solche kenntlich gemacht. Zusätzlich erteilt er Malunterricht.

1993 veröffentlicht er seine Lebensgeschichte bei Ullstein.
1997 erkrankt er an Parkinson.
2006 stirbt seine Frau Monika und er zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück.
2009 zieht er in die Nähe seiner Tochter Kerstin nach Düsseldorf.
2014 starb der originelle Berliner