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thomasschoegglart
Mitglied seit 2019
Machen wir ein kleines Gedankenexperiment:Wir haben einen 100 EuroscheinDie Frage ist – wie viel ist er Wert? 100 E...
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thomasschoegglart im Selbstporträt

Machen wir ein kleines Gedankenexperiment:

Wir haben einen 100 Euroschein
Die Frage ist – wie viel ist er Wert? 100 Euro werden die meisten sagen. Stimmt in gewisser Hinsicht auch. Aber im Prinzip ist das nur ein Stück Papier. Dass man damit mehr einkaufen kann, als mit 20 Euro, liegt einzig und allein daran, dass der Mensch diesem Stück Papier irgendwann einen Wert zugeschrieben hat.

Man könnte damit jetzt die Waffenproduktion unterstützen, man könnte einkaufen und damit die Wirtschaft unterstützen, man könnte aber auch Forschungsprojekte unterstützen. Oder man kauft sich einfach etwas zu essen, weil man Hunger hat, auch das ist absolut legitim.
Man könnte jetzt aber auch auf die Bank gehen und die 100 Euro sparen. Allerdings – auf Grund der 0-Zins-Politik verliert der Schein an Wert. Sinnvoller wäre es dann vielleicht doch, wenn man diesen Wert investiert.
Dann gehen die Optionen aber auch schon weiter: Immobilien sind derzeit auf einem hohen Preisniveau, da verliert der Schein eigentlich wieder an Wert. Aktien sind unsicher und haben bereits einen sehr langen Aufwärtstrend – also auch schlecht.
Wie wäre es also, wenn man in etwas investiert, dass nicht materiell ist? Das aber eine andere Form von Wert besitzt – vielleicht sogar den größten Wert überhaupt auf unserer Erde?
Man könnte die 100 Euro in eine Marke investieren – aber nicht in Hilfiger, Apple, Calvin Klein, Audi oder Porsche. Sondern: in die Marke Frieden

Es geht also nicht prinzipiell darum Geld und die Bedeutung davon zu verteufeln, sondern vielmehr darum, darüber nachzudenken. Wie viel Wert geben wir diesen Papierscheinen? Gibt es andere Dinge die vielleicht mehr Wert besitzen sollten, als viele von diesen grünen Scheinen? Und wenn die Scheine schon ihren monetären Wert haben, warum setzt man sie dann nicht auch bewusst ein um damit etwas Gutes zu tun.

Von all diesen Überlegungen ausgehend ist die Werkreihe „Money“ entstanden. Es soll schon aufrütteln – wenn man sagt, man hat ½ Million Euro zerschreddert um daraus Kunst zu machen, dann darf man sich darüber ruhig aufregen!
Tatsächlich besitze ich jetzt aber nicht so viel Geld, dass es egal ist, wieviel davon zerschreddert wird – sondern es ist Geld, dass die Nationalbank zerschreddert, wenn die Scheine ihre Lebensdauert beendet haben. Alleine das zeigt schon, dass der Wert davon wirklich nur zugeschrieben ist, weil es sind ja eigentlich die gleichen Papierscheine wie davor.

Aus diesen ½ Millionen Euro sind 9 Kunstwerke entstanden, die eigentlich mit ganz wenig arbeiten: Begriffe, die den Umgang mit Geld hinterfragen, die anregen sollen zum Nachdenken über den eigenen Umgang mit Geld und die Bedeutung von Geld – und alle diese Begriffe sind geformt aus den Schnippseln der früheren Geldscheine.
Und weil es mir nicht nur darum gegangen ist Kunstwerke zu machen – sondern eben auch darum, aufzurütteln, kritisch auf gesellschaftliche Entwicklungen zu schauen und den Umgang oder die Bedeutung von Geld – aber überhaupt die Frage zu stellen „Was ist Gesellschaft wert, was ist jede einzelne Person wert….“ geht das Projekt noch weiter und damit kommen wir zurück zur Marke „Frieden“
Es gibt eine eigene Seite auf Instagram, die neu eingerichtet worden ist: unter #money4peace kann man Fotos posten von Spenden die man getätigt hat. Es geht aber nicht darum, sich in den Mittelpunkt zu stellen oder als Gutmensch dazustehen, sondern eher darum, dass die Spenden noch einmal mehr WERT bekommen. Weil alleine die Tatsache, dass man spendet, dass man jenen Menschen hilft, die weniger haben, die in ihrer Existenz bedroht sind, hilft WERT zu bekommen.

Instagram: #money4peace